Vor dem 2. Weltkrieg beheimatete Polen eine der gröβten jüdischen Gemeinden in der Diaspora und war somit auch ein wichtiges geistiges, religiöses und kulturelles Zentrum. Schon im 11. Jahrhundert zeichnete sich Polen durch seine Gastfreundschaft aus, wodurch viele jüdische Bürger ins Land kamen. Drei Jahrhunderte später verlieh der polnische König Kazimierz der Groβe den jüdischen Bürgern alle Rechte auf ein freies Glaubensbekenntnis, die freie Vereinigung in Gemeinden und die selbständige Lösung eigener Probleme. Der gröβte Teil der 3,5 Millionen in Polen lebenden Juden kam im Holocaust ums Leben, so dass 1945 nur noch etwa 300.000 Bürger jüdischen Glaubens in Polen wohnten. Die nachfolgende Emigrationswelle bewirkte, dass sich heute nur noch eine kleine, aber wieder wachsende, Gemeinde zum Judaismus bekennt.
Reiseverlauf
1. Tag: Anreise
Anreise, Zimmerbezug, Abendessen im Hotel und Übernachtung in Lodsch.
2. Tag: Lodsch
[Tagesleistung ca. 210 km] Erstes gemeinsames Frühstück und Stadtführung in Lodsch. An der schnellen Entwicklung der Stadt im 19. Jahrhundert hatten die jüdischen Textilindustriellen groβen Anteil. Zeugen des ehemaligen Reichtums der Stadt sind die vielen herrlichen Stadtvillen. Auf dem Gebiet des ehemaligen Ghettos befindet sich heute ein Friedhof und ein Denkmal. Der 1884 gegründete jüdische Friedhof ist der gröβte in Europa. Weiterfahrt nach Warschau und Übernachtung.
3. Tag: Warschau
Der Tag beginnt mit einer Führung durch das Gebiet des ehemaligen Warschauer Ghettos, wo im Jahre 1943 der „Ghetto-Aufstand“ ausbrach. Sie besichtigen hier den Umschlagplatz sowie das Ehrendenkmal, vor dem der deutsche Kanzler Willy Brandt in den 70er Jahren auf die Knie fiel und um Vergebung bat. Nach einem Besuch im Pawiakgefängnis der Gestapo haben Sie Freizeit für individuelle Besichtigungen oder zur Teilnahme an einer Altstadtführung. Auf Wunsch Treffen mit der jüdischen Gemeinde und Abendessen in einem jüdischen Altstadtrestaurant. Übernachtung in Warschau.
4. Tag: Majdanek
[Tagesleistung ca. 230 km] Abreise aus Warschau und Fahrt nach Kazimierz Dolny, malerische Kleinstadt an der Weichsel, in der vom Mittelalter bis zum Holocaust die jüdische Bevölkerung den Groβteil der Einwohner stellte. Stadtführung mit jüdischem Friedhof und Weiterfahrt in den Lubliner Vorort Majdanek, wo eine Besichtigung des Todeslagers gebucht werden kann; an die Opfer erinnert heute ein Denkmal. Übernachtung in Lublin.
5. Tag: Lublin
[Tagesleistung ca. 120] Frühstück und Besichtigung der Synagoge, in der sich eine Gedenktafel befindet. Auf dem alten Friedhof aus dem 16. Jahrhundert ruhen berühmte Persönlichkeiten des jüdischen Lebens, z.B. Zaddik Jakub Icchak Horowitz, besser bekannt als „Hellseher aus Lublin“. Weiterfahrt nach Zamość und Übernachtung.
6. Tag: Krakau
[Tagesleistung ca. 320 km] Weiterfahrt zur Besichtigung des Landshuter jüdischen Friedhofs mit Grabmal des berühmten Zaddik aus Ropczyce. In der Barocksynagoge ist das Museum für Judaika untergebracht. Übernachtung in Krakau, Hochburg des jüdischen Lebens in Polen; auf Wunsch Altstadtführung.
7. Tag: Auschwitz
[Tagesleistung ca. 180 km] Für heute empfehlen wir Ihnen eine Exkursion zu den Todeslagern von Auschwitz und Birkenau mit Dokumentarfilm über die Lagerbefreiung durch die Rote Armee. Zurück in Krakau Gelegenheit zu einer Führung durch den 500 Jahre alten jüdischen Stadtteil Kazimierz, in dem vor dem Krieg 75.000 Juden lebten und der als Kulisse für den Film „Schindlers Liste“ diente. Auf Wunsch Abendessen in einem jüdischen Restaurant mit Klezmerkonzert.
8. Tag: Heimreise
Nach dem Frühstück Antritt der Heimreise.
Galerie
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