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Die Polnische Toskana: Entdeckerreise (14/0213)

Unbekanntes Südpolen zwischen Weiβrussland, der Ukraine und der Slowakei

Kurzinfo

Streckenprofil: Dünn besiedeltes Gebiet und relativ wenig Verkehr. Straβen sind gröβtenteils in gutem Zustand. Kurvenreich in den Ost- und Niederbeskiden. Auf der An- und Abreise muss im schlesischen Ballungsraum mit höherem Verkehrsaufkommen gerechnet werden. Autobahnpassagen auf An- und Abreise.
Reisedauer: 8 Tage
Reisedistanz: ca. 2.350 km in Polen
Empfohlene Reisezeit: Mai bis September

Zielgebietsbeschreibung

Die Region verdankt ihren Namen der Tatsache, dass viele Städte gröβtenteils von italienischen Architekten entworfen wurden. Auch die gemütliche und stressfreie Lebenseinstellung der Einwohner passt zum italienischen Vorbild, die hügelige Landschaft ebenso. Die angrenzenden Ost- und Niederbeskiden gelten als die am dünnsten besiedelte Gegend Europas. Ihre landschaftlich charakteristischen Hochgebirgswiesen sind einsam und verlassen, urwüchsig und wildromantisch. Hier und da steht eine der zur Umgebung passenden orthodoxen Holzkirchen. Besucher schätzen die Abgeschiedenheit und auch die gröβeren Städte wie Przemyśl und Rzeszów sind eher gemütlich und überschaubar.

Reiseleistungen

  • 1 Nacht im Raum Kattowitz
  • 1 Nacht im Raum Rzeszów
  • 1 Nacht im Raum Przemyśl
  • 1 Nacht im Raum Zamość
  • 1 Nacht im Raum Lublin
  • 1 Nacht im Raum Sandomierz
  • 1 Nacht im Raum Breslau
  • Mittelkasse-Hotels, Doppelzimmer mit Dusche/WC
  • Halbpension, bestehend aus…
  • 7 x Frühstücksbuffet
  • 7 x 3-Gang-Abendessen
  • 2-stündige Stadtführung in Zamość
  • 2-stündige Stadtführung in Sandomierz

 

Reiseprogramm

1. Tag: Anreise · Kattowitz · Königshütte · Ruhrpott · Bergbaumuseum

[Tagesleistung ca. 340 km in Polen] Anreise nach Kattowitz, Mittelpunkt des oberschlesischen Bergbau- und Industriegebietes. Kattowitz verdankt sein Entstehen im 16. Jahrhundert dem Kohle- und Erzvorkommen in der Umgebung. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde eine Volksabstimmung unter alliierter Besatzung in Oberschlesien vereinbart. Bei der Abstimmung sprachen sich 60 % der Wähler für einen Verbleib bei Deutschland aus. Dennoch wurde Oberschlesien geteilt und Städte wie Kattowitz und Königshütte kamen 1922 zu Polen, aber bis heute ist der Bevölkerungsanteil deutscher Nationalität beträchtlich. Ähnlich wie im Ruhrpott prägten Kohle und Stahl die Region, heute vollzieht sich ein Strukturwandel hin zu modernen Industrien und Dienstleistungen. Sofern es die Zeit zulässt, empfehlen wir neben einem Stadtbummel in Kattowitz noch einen Abstecher in das benachbarte Zabrze, dessen früherer Name Hindenburg war und wo es das Bergbau-Freilichtmuseum „Königin Luise“ zu besichtigen gibt. Übernachtung im Raum Kattowitz.

2. Tag: Krakau · Getreidemarkt · Kutschen · Englischer Garten · Karpaten · Synagoge

[Tagesleistung ca. 360 km] Vorbei an Krakau geht es zunächst nach Jarosław. Das niedliche Städtchen schmückte sich früher mit dem gröβten osteuropäischen Getreidemarkt und sein Renaissance-Rathaus stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Dann Weiterfahrt nach Łańcut. Das Schloss aus dem frühen 17. Jahrhundert ist vollkommen erhalten geblieben. Heute locken zwei Museen die Besucher, das eine mit einer Dauerausstellung historischer Innenräume, das andere mit einer europaweit einmaligen Kutschensammlung. Darüber hinaus findet man einen Englischen Garten und eine Synagoge aus dem 18. Jahrhundert. Und hier, in Łańcut, befinden wir uns jetzt bereits mitten in der Polnischen Toskana und es ist nicht mehr weit bis zu unserem heutigen Übernachtungsort Rzeszów. Die Hauptstadt des Karpatenvorlandes ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen der Slowakei und der Ukraine. Die Neustädtische und Altstädtische Synagoge, das klassizistische Rathaus auf dem schönen Marktplatz, vereinzelte barocke Gebäude und Sezessionsvillen prägen das heutige Erscheinungsbild.

3. Tag: Beskiden · Nationalpark · Bergkessel · Ölschacht · Bären · Steppe · Festung

[Tagesleistung ca. 350 km] Vom Frühstück gut gestärk,t steuern wir Krosno an, vor nicht allzulanger Zeit unter die Top Ten der lebenswertesten polnischen Städte gewählt. Das „Gebäude der Allgemeinbildung“ gilt als die schönste Schule des ganzen Landes und im Ort findet man einen intakten mittelalterlichen und barocken Stadtkern vor. Das verwunschene Felsenreservat Prządki und der Bergkessel in den Niederen Beskiden sind beliebte Ausflugsziele in der näheren Umgebung und unsere Cruisingtour führt uns eben genau durch die Beskiden und das Karpartenvorland im polnisch-slowakischen Grenzgebiet. Dabei durchfahren wir den Magurski-Nationalpark, der den gröβten Teil der von Schluchten durchzogenen Niederen Beskiden umfasst. Bären, Wölfe, Luchse, Uhus und Steinadler repräsentieren die Fauna des Reservats. Bei gutem Wetter kann ein Ausflug in den Bieszczadzki-Nationalpark im polnisch-slowakisch-ukrainischem Grenzgebiet unternommen werden. Der Park erstreckt sich rund um den Tarnica, mit 1.346 m. höchste Erhebung der Westlichen Beskiden. Charakteristisch sind die steppenähnlichen Wiesen und Buchenwälder. Im Biosphärenreservat sind Bären, Wölfe und Wisente anzutreffen. Wer sich jedoch für modernere Zeiten, Technik und Handwerk interessiert, sollte nach Bóbrka fahren. Das hiesige Freilichtmuseum der Erdölindustrie zeigt unter anderem den ersten Ölschacht der Welt aus dem Jahr 1854. Zwei Förderstellen sind noch in Betrieb, ehemalige Bohrlöcher und früher genutzte Werkzeuge können besichtigt werden. Auf der Weiterfahrt passieren wir die Ortschaft Sanok, die in ihrer mittelalterlichen Form erhalten blieb. Eine Renaissanceburg, das barocke Franziskanerkloster, das Heimatmuseum mit einer groβen und wertvollen Ikonenausstellung sowie der orthodoxe Dreifaltigkeitsdom sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Zentrum. 15 km entfernt liegt eines der schönsten Freilichtmuseen Europas mit mehr als 100 Holzbauten im für das polnisch-ukrainische Grenzland typischen Stil. Weiterfahrt nach Przemyśl. Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung in die Ukraine. Aber wir bleiben in Polen und übernachten in Przemyśl. Egal wie spät es ist und wie müde wir sind – nach dem Abendessen müssen wir unbedingt noch durch die Stadt bummeln! Die „Stadt der drei Kulturen“ ist noch heute vom jahrhundertelangen Einfluss der Ukrainer und Juden geprägt. In der Altstadt sieht man barocke Häuser und Kirchen sowie Jugendstilgebäude, in der Umgebung findet man die Überreste der Festung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Antwerpen und Verdun die drittgröβte Anlage Europas war.

4. Tag: Abtei · Nationalpark · Tarpanpferde · Orchideen · Welterbe

[Tagesleistung ca. 195 km] Kilometermäβig ist es heute ruhiger als in den Vortagen. Gemütlich fahren wir nach Leżajsk, wo Rathaus und Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert locken. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die auf dem Gelände der von einer Wehrmauer umgebenen Zisterzienserabtei stehende Renaissancekirche. Man sagt, sie besitze die optisch und akustisch schönste Orgel Polens. Weiter geht es über Zwierzyniec durch den Roztoczański Nationalpark mit seinen bis zu 50 Meter hohen Tannen. Der Park ist neben interessanten Pflanzen und Orchideen besonders für die halbwilden Tarpan-Pferdchen bekannt, die hier dank jahrhundertelanger Zuchtbemühungen überleben konnten. Ankunft in Zamość, wo wir bereits von unserem Fremdenführer zu einer Stadtbesichtigung erwartet werden. Die historische Altstadt wurde 1933 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. Wegen der charakteristischen Stadttore, des imposanten Rathauses mit seinem hohen Turm und ausladender Freitreppe sowie der Bürgerhäuser mit Arkadengängen wird Zamość auch „Perle der Renaissance“ genannt. Jeder Besucher ist erstaunt und verzückt zugleich. Ein besonderes Schmuckstück in dem an Padua angelehnten Stadtensemble ist die Kollegiatskirche aus dem 16. Jahrhundert. In dieser Zeit entstand die Stadt auf einem offenen Feld als eine komplexe städtebauliche und architektonische Idee. Das Projekt wurde genial durchdacht und präzise ausgeführt; ein Zusammenspiel polnischer Handwerker und italienischer Städteplaner. Geprägt wurde die Stadt von Armeniern, Griechen und Juden. Übernachtung in Zamość.

5. Tag: Kurort · Künstlerstadt · Majdanek · Kommunistenköpfe

[Tagesleistung ca. 240 km] Erste Station des Tages ist Nałęczów, ein im ganzen Land bekannter Kurort. Im Anschluss steht eine Stadtrundgang in Kazimierz Dolny auf dem Programm. Von der formvollendeten Schönheit in Kazimierz Dolny lassen sich seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts Maler inspirieren, was den Beinamen „Stadt der Künstler“ erklärt. Viele Intellektuelle, Schriftsteller, Maler und Bildhauer haben sich tatsächlich hier niedergelassen und rund um den Marktplatz findet man viele zeichnende und malende Studenten der Warschauer Kunstakademie. Die Häuser der Altstadt sind fast alle 500 Jahre und älter. Den zweiten Beinamen „Perle der polnischen Renaissance“ verdankt das idyllische Städtchen an der Weichsel der gelungenen Symbiose aus malerischer Landschaft und wertvollen Bauwerken. Weiter geht es nach Kozłówka, dessen barocke Schlossanlage zu den besterhaltenen Residenzen zählt. Der Garten im französischen Stil besticht durch seine harmonische Symmetrie. Danach wartet eine Überraschung auf uns! Im Skulpturenpark und in der Ausstellung des Sozialrealismus sind Büsten und Denkmäler von Marx, Engels, Lenin, Stalin und anderen Charakterköpfen ausgestellt. Wir setzen die Fahrt ostwärts mit Ziel Lublin fort, wo wir heute übernachten. Lublin ist eine bedeutende und mittelalterliche Stadt mit zahlreichen Kirchen, Bürgerhäusern und Befestigungsanlagen. Wichtigstes Bauwerk ist das Schloss mit Rundturm, gotischer Kapelle und Volkskundemuseum. Die Grenze zu Weiβrussland ist von Lublin aus über eine Schnellstraße in nur 100 km zu erreichen, aber leider ist die Einreise visapflichtig! Wer aber noch etwas fahren möchte und sich für deutsche Geschichte interessiert, kann vor den Toren Lublins in Majdanek das ehemalige Konzentrationslager besuchen.  

6. Tag: Adel · Polnische Toskana · Klein Rom · Weichseltal

[Tagesleistung ca. 200 km] Das Renaissanceschloss in Baranów Sandomierski wird von reizenden Arkaden geschmückt, die Gartenanlagen und Brunnen laden zu einem entspannenden Spaziergang ein. Die prachtvolle Adelsresidenz ist sehr gut erhalten und ein Teil wird heute als Schlosshotel genutzt. Dann Weiterfahrt nach Sandomierz, eine einmalige und unbeschreibliche Stadt, das Herz der Polnischen Toskana. Das „Klein Rom“ liegt auf einem hohen Felsen über der Weichsel und gehört zu den malerischsten Orten, die Polen zu bieten hat. Das Altstadtensemble mit dem gotischen Abttor und Rathaus ist einzigartig und sucht seines gleichen. Ein eigens für unsere Gruppe eingesetzter Fremdenführer zeigt uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Anschlieβend haben wir die Möglichkeit, an einer unterirdischen Tour teilzunehmen, denn unter der Altstadt befinden sich miteinander verbundene Lagerkeller, die zusammen eine 470 lange Besucherroute bilden. In dieser Stadt spüren wir die italienische Atmosphäre hautnah! Sollten wir aber lieber noch eine Runde auf unseren Moppeds drehen wollen, bietet sich das benachbarte Weichseltal für eine Rundfahrt an. Übernachtung in Sandomierz.

7. Tag: Schlesisches Venedig · Europäische Kulturhauptstadt

[Tagesleistung ca. 470 km] Wir verlassen die Polnische Toskana in Richtung Niederschlesien. In Breslau, unserem heutigen Etappenziel, sollten wir uns unbedingt Zeit zu einem Stadtrundgang nehmen. Der Marktplatz in der Altstadt wird von vielen Restaurants, Cocktailbars, Kaffeehäusern und Szenekneipen gesäumt und bietet etwas für jeden Geschmack. Nicht zuletzt auch deswegen ist die Stadt bei der Jugend sehr beliebt, 100.000 Studenten können sich nicht irren! Die Bürgerhäuser der Altstadt sind wunderschön restauriert und Breslau hat sich in letzter Zeit zu einem echten Touristenmagnet entwickelt. Obwohl die Bewerbung um die Ausrichtung der Weltausstellung Expo gleich zwei Mal scheiterte, sind die Einwohner völlig zu Recht stolz auf ihre Stadt, die immerhin Austragungsort der Fuβballspiele im Rahmen der Europameisterschaft 2012 und Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2016 war. Übernachtung in Breslau.

8. Tag: Heimreise

[Tagesleistung ca. 165 km in Polen] Verabschiedung durch unseren Reiseleiter und Antritt der Heimreise. Je nach Zielort organisieren wir unterwegs auf Wunsch gerne noch eine Zwischenübernachtung.

Hotelempfehlungen

  • Robert’s Port
    Masuren
  • Scandic
    Breslau
  • Golden Tulip
    Krakau
  • Gdańsk
    Danzig
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